Seit 14 Jahren

P1110453 (Large)Seit 2002 bietet das HdS-Haus der Solidarität „Luis Lintner“ Organisationen und Menschen in schwierigen Lebenslagen ein Dach über dem Kopf. Dadurch versucht es, auf die verschiedenen Herausforderungen und bevorstehenden Veränderungen unserer Gesellschaft zu reagieren und Antworten zu bieten. Als Resultat für diese integrative, unbürokratische und nachhaltige Arbeit erhielt es 2008 und 2011 den Cultura Socialis Preis, 2010 wurde es Zweiter, 2013 wurde es mit dem renommierten Bischof-Gargitter-Preis ausgezeichnet.

Das Besondere

Das Besondere am HdS ist, dass es sich nicht in eine Schublade des Südtiroler Sozialsystems einordnen lässt, sondern beispielhaft die verschiedenen Systeme integriert. So dient es pflegebedürftigen Bürgern, welche keine Unterkunft in einem Altersheim finden, ebenso Raum wie arbeitslosen Jugendlichen oder Familien ohne Einkommen, ehemals straffällig oder obdachlos gewordenen Südtirolern; aber auch traumatisierten Flüchtlingen aus Kriegsgebieten, psychisch oder Suchtkranken wird unbürokratisch und rasch Unterkunft und Verpflegung geboten. Auf diese Weise ist es eine Brücke für Menschen in Not und leistet mit seinen Ehrenamtlichen Hilfe zur Selbsthilfe. Dies alles unter Einbindung von Expertenund Institutionen der jeweiligen Fachgebiete wie Psychologen,Sozialarbeitern, Justiz, usw.

Die Finanzierung

Die vielfältige Arbeit des HdS geschah bisher ohne direkte Bezuschussung der Dienstleistung durch die öffentliche Hand. Das Projekt finanziert sich aus Mieteinnahmen vor allem einiger großer Organisationen, welche im Haus ihren Sitz haben, eigenen Aktivitäten und Spenden. Der Eigenbeitrag der Bewohner in Form von Arbeiten im Haus ist die Basis für die Bewältigung des Alltags und die soziale Wiedereingliederung in das Arbeitsleben. Voraussetzung bisher war, dass die Comboni-Missionare, als Besitzer, die Struktur kostenlos und zur freien Nutzung zur Verfügung stellten, und das Engagement vieler Ehrenamtlicher. Dieses Finanzierungskonzept führt nicht nur zu einer ausgeglichenen Bilanz. Es vermeidet auch die Belastung des öffentlichen Haushaltes, fördert Kreativität und kostenbewusstes, wirtschaftliches Denken der Gäste.

Arbeitsintegrationsprojekte

Mit diversen Arbeitsintegrationsprojekten (Begleitung von Familien mit kranken und alten Menschen, Bügelservice, Gartenservice für psychisch Benachteiligte, Flohmarktservice usw.), einer hauseigenen Währung, einer Spargruppe, der Förderung kleiner Wirtschaftskreisläufe und der Nachhaltigkeit, erprobt das HdS gemeinsam mit den Bewohnern Alternativen des Wirtschaftens und der Sozialarbeit.

Überbrückungshilfe

Dabei ist das HdS engmaschig vernetzt und arbeitet intensiv mit verschiedensten öffentlichen, kirchlichen und privaten Partnern zusammen, tauscht sich aus, gibt Hilfe und bekommt Hilfe (Sozialdienste,Psychiatrie, Polizei, Justiz, Caritas, Frauen helfen Frauen, Vinzenzverein usw.). Auf diese Weise gelang es dem HdS seit 2006 rund 1.500 Menschen in zum Teil schwierigsten Lebenslagen zu überbrücken. Durchschnittlich leben 45-50 Personen im Haus, wobei rund 15 Bürger aus Brixen und Umgebung stammen, der Rest aus anderen EU Staaten sowie aus Übersee (aktuell befinden sich 20 Nationen im Haus).